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Reparaturbericht Heizung/Wärmetauscher

Heinrich von EU

Forumsneuling
Registriert
25.10.2012
Beiträge
1
"Danke"
27
Zafira Modell
A
Motor (A)
Z16XE
Getriebe
5 Gang
Anleitung für den OPEL Zafira A
Probleme mit der Heizung, bzw. mit dem Wärmetauscher.

Hier meine gesammelten Erfahrungen mit Fotos und Tipps, die für euch sehr wertvoll sein könnten. Bevor ich mich selbst an die Reparatur gewagt habe, war erst mal der „Gelbe Engel“ am Fahrzeug und hat fast alles im und am Armaturenbrett demontiert. Der Abbau vom Handschuhfach war auch ein Tipp aus dem Forum. Leider wurde man nicht fündig. Eine kleine Werkstatt hat sich selbst erst mal bei Opel schlau gemacht und mit den erheblichen Kosten von 1200€ bis 2800€ gedroht. Das wären die Kosten für einen neuen Wärmetauscher mit Regelventil und dem recht üppigen Arbeitsaufwand. Im Forum schrieb jemand vom verstopften Wärmetauscher, den man mittels Wasserschlauch spülen könnte, doch konkret wurde eigentlich keiner. Ein Einziger in der Runde hatte zumindest gefühlt und recherchiert, dass die Gummischläuche aus dem Motorraum in den Fahrzeugfußraum und von da an zwei ALU-Rohre „knallheiss“ würden. War bei uns auch der Fall und ein wertvoller Hinweis. Der vorgeschlagene Spülprozess war mir suspekt und auch viel zu kompliziert, zumal man dafür Kühlwasserschläuche abmachen muss. Im Motorraum ist absolut kein Platz. Das muss einfacher gehen? Für mich stand fest: Ich muss an den Wärmetauscher, der Fehler kann nur hier begründet sein. Und jetzt möchte ich euch an Hand einiger von mir gemachten Fotos und Arbeitsschritten aufzeigen, dass sich eine Reparatur lohnen kann und der viel beschriebene Aufwand doch relativ gering ist. Eine verzwickte Fummelei ist es in einigen Bereichen schon. Man muss schon noch beweglich sein, aber es geht. Erst DENKEN, dann machen.
1. Handschuhfach und untere Verkleidungen sollten schon gelöst und demontiert werden. Hier sind Steckklammern eingesetzt, verhältnismäßig wenig Schrauben. Hier sollte man auch schon mal testen, ob sich die Umluftklappe (kuppelförmiges Gebilde) mit der Umlufttaste betätigen lässt. Zündung muss hier eingeschaltet sein.

2. Die Mittelkonsole, 2 Schrauben vorne, 2 Schrauben hinten und 1 Schraube an der Handbremse im Boden, Verkleidungen am Schaltknüppel und Handbremsengriff müssen auch weg.

3. Rechts und Links vom Wärmetauschergehäuse befindet sich je eine Metallstütze die man demontieren sollte. Man kommt so besser an den Wärmetauscher, der Aufwand ist gering.
Fahrerseite 3 Schrauben, Beifahrerseite 2 Schrauben.

4. Der Wärmetauscher befindet sich in einem Kunststoffgehäuse mittig im Fußbereich und wird von kleinen Blechklammern zugehalten. Blechklammern vorsichtig lösen, sie werden ja beim Zusammenbau wieder benötigt.

5. Jetzt benötigte ich erst mal zwei kleine Auffahrrampen, ich will von unten in den Motorraum sehen.
Zur eigenen Sicherheit siehe Fotos:
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6. Im Motorbereich, Trennwand zum Innenbereich befindet sich eine kleine schwarze Kunststoffabdeckung mit 2 TORX Schrauben. Diese halten das Wärmetauschergehäuse innen fest. Schrauben lösen. (sind ca. 70/80mm lange Halteschrauben für das Kunststoffgehäuse)
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7. Im Innenraum Gehäuse abnehmen. Der Wärmetauscher liegt jetzt fast frei und wird nur noch durch Steckverschlüsse gehalten. Hier sind Steckklammern, die man mit der Spitzzange raus ziehen kann. Man sollte jetzt möglichst etwas zu Auffangen des Kühlwasser bereit halten. (Wichtig: hier werden lediglich beim NEUEN Zusammenbau 4 Stk. O-Ringe NEU benötigt. Kosten ca. 2,23€ bei einem guten Händler für Industriebedarf, oder 4,90€ bei Opel direkt)
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8. WICHTIG bei Wiedereinbau. Erst die Regeleinheit, Kunststoffteil mit elektr. Regler (Motor) an die ALU-Rohre die vom Motorraum kommen anschließen. D.h. Die Klammern müssen richtig fest sitzen, sonst wird es nicht dicht.

9. GUT HINSCHAUEN OB DIE KLAMMER AUCH WIRKLICH HINTER DEM ALU-KRAGEN GREIFT UND DANN KLEMMT UND DICHTET?

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Danach den Wärmetauscher an die Kunststoffeinheit mit dem Regelventil anklammern, wie vor. Mit neuen Dichtungen war hiernach alles i.O. (Bei mir allerdings erst nach dem zweiten Versuch, hatte die Klammern nicht richtig gesteckt) Nach Reparatur der Regeleinheit den Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge vornehmen. Das ging leichter als ich dachte.
Hierzu muss das Wärmetauschergehäuse mit einem Holzstück oder Latte etwas angehoben werden um dann vom Motorraum wieder angeschraubt zu werden. Fällt durch die Mithilfe einer zweiten Person etwas leichter? Ich kam mit einem Stück Dachlatte alleine klar.

10. Jetzt zum eigentlichen Fehler und dessen Behebung. Das Kunststoffstück am Wärmetauscher ist eine Regeleinheit. D.h. Ein Bypassventil welches über den Regler ROT/BLAU, Heiss und Kalt einen kleinen Motor steuert. Dieser Motor bekommt über das Bedienteil 12V Gleichspannung in veränderlicher Polarisation. Das Ventil wird hierbei AUF oder ZU gesteuert. Bei HEISS/ROT fließt das Kühlwasser durch den Wärmetauscher, die Luft wird HEISS. Im geschlossenen Zustand fließt das Kühlwasser am Wärmetauscher vorbei, die Luft bleibt KALT.

11. Der Fehler lag an diesem kleinen Regelventil, was über den Motor angesteuert wird. Durch Verharzung des Fettes an der Motorwelle, dem Schneckenrad und am Zahnrad für das Ventil blockierte die gesamte Steuereinheit.

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Alle mechanischen Teile mit Waschbenzin gereinigt und mit Rostlöser eingesprüht und leicht geölt. Teile sind frei und wieder voll beweglich. Ventil läuft wieder wie „geschmiert“.

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12. Bei stärkerer Belastung, Schwergängigkeit des Ventils wird das kleine Schneckenrad auf der Motorachse nach OBEN gedrückt und entkoppelt damit die Stellmöglichkeit des Ventils.

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( m.E. Ein Herstell- und Qualitätsfehler ) Dann tut sich gar nichts mehr und es kommt zu der gleichen dramatischen Luftverteilsituation. Es wird nicht mehr WARM, Scheiben beschlagen, oder es ist im Sommer HEISS und wer will das schon?

13. Meine Reparaturmaßnahme: Alle mechanischen Teile gereinigt, geölt und alles wieder gangbar gemacht, kleines Kunststoffröhrchen auf Motorwelle befestigt.

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Neue Dichtungen für die Steckanschlüsse eingebaut. Das Kabel der Ansteuerung durchschnitten und mittels einer Lüsterklemme neu angeschlossen. So kann ich die Steuerspannung leichter messen und notfalls auch von außen mal 12V= Batteriespannung mit wechselnder Polarität anschließen und die Wirkung, bzw. das Ventil testen.


14. Das was der „gelbe Engel“ sich bei seinem Einsatz gedacht hatte ist die NICHTFUNKTION
der Umluftklappe. ( Das stand auch in einem FORUM Kommentar ) Hierfür ist auch ein
kleiner E.Motor zuständig, der hinter dem Handschuhfach eine Umluftklappe AUF u. ZU
fährt. Zum Überprüfen muss übrigens immer der Zündschlüssel stecken und gedreht sein.

Ich muss zugeben, dass der Aufwand für mich etwas größer war, als ich vorher angenommen hatte. Doch hat es sich letztendlich gelohnt. Habe damit einer alleinerziehenden Mutter (im familiären Umfeld) mit 4 kleinen Kindern eine große finanzielle Belastung erspart. Ich bin um eine Erfahrung reicher, kann sie nun auch noch einem größeren Kreis mitteilen. Zeit spielte bei mir eigentlich eine untergeordnete Rolle, denn ich bin Rentner. Habe auch vor vielleicht 40 Jahren das letzte mal unter einem AUTO gelegen. Komme auch nicht vom Fach. Doch als MSR Industriemeister ist und bleibt ein Wärmetauscher, egal ob im Kraftwerk oder einer Gasanlage, ein Wärmetauscher. Der Reiz war zu groß nochmal in die Trickkiste zu greifen und mir was zu beweisen. Das Einzige was mich etwas geschlaucht hat, waren die hier notwendigen körperlichen Verrenkungen, die man zwangsläufig machen musste. Aber als immer noch aktiver Sportler war es noch erträglich. Ich hoffe, dass ich mit meinem Beitrag dem einen oder anderen Mut gemacht habe doch nochmal sein Werkzeug auszupacken und erneut mit der Störungsbehebung anzufangen.



Viel Spaß dabei, seid immer optimistisch
und frohen Mutes,
das wünscht Euch
HEINRICH von EU
Übrigens:
Ich werde nächstes Jahr 70!!!
 
Nabend,

also wir haben nun vor kurzem das Ventil getauscht, haben allerdings keinen Motor da dran. Ist der Motor notwendig oder nicht?

Lieben Gruß
 
Darf man Fragen welche Probleme du vorher hattest?
 
Danke.
ist ein wertvoller Beitrag, insbesondere die hervorragende Bilddokumentation.
Viele gehen solche Probleme erst nach und arbeiten sich durch, danach berichten Sie, und hinterher wird nach Bildern gefragt.
Gehöre leider auch zu dehnen, gelobe mir jedoch Besserung, aufgrund der Erkenntnis des Wertes solche Bilddokumentationen.
 
Super Reparaturanleitung!
Hab mal durch ein Leck im Kühlsystem den Teppichboden inkl. Dämmmatten durchfeuchtet gehabt. Lag an den alterungsbedingten verhärteten Dichtringen am Wärmetauscher. Der Austausch dieser Ringe und die Arretierung der Befestigungsklammern wurde treffend beschrieben. Genau hinschauen! Ich hab es auch erst beim 2. Mal richtig hinbekommen.
Hab dem Heini mal ein Danke verpasst. Wünsche dir gute Gesundheit.
LG Bernd
 
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