Danke für diesen Artikel von little60!
Auch ich stand an der Tanke mit vollbepacktem Urlaubsauto und konnte den Tankdeckel nicht mehr öffnen. Also: Zu Opel in die Werkstatt gefahren, dort hatte ich den Eindruck, dass dieses Problem öfter mal auftaucht. So ging ein junger Monteur auch gleich mit den richtigen Handgriffen ans Werk. Er entfernte die rechte Kofferraumklappe, baute das Reifenfüllset aus und hatte nach knapp 5 Minuten den defekten Stellmotor in der Hand. Ein anderer Mitarbeiter kam währenddessen auf den Hof und unterbreitete mir die Tatsache, dass ein neuer Stellmotor um die 60 € koste. Darauf ließ ich mich aber in diesem Moment nicht ein und fragte, was ich dem flinken Mitarbeiter schuldig sei. Er antwortete: Das sei Service! So drückte ich ihm ein Trinkgeld in die Hand und konnte tanken und in den Urlaub fahren.
Nach Rückkehr suchte ich wiederum besagte Opel-Werkstatt auf, um einen neuen Stellmotor zu bestellen, da der Schaden noch in der Garantiezeit anfiel.
Ich gab das defekte Teil dem Mann am Ersatzteiltresen und sollte in ein paar Tagen wiederkommen, wenn der neue Motor eingetroffen wäre. So fuhr ich ca. eine Woche später wieder in die Werkstatt, in der Hoffnung, dass der Stellmotor so schnell wieder eingebaut würde, wie er herausgenommen wurde. Aber: Anscheinend hatte der Service-Meister einen schlechten Tag. Er erklärte, der neue Stellmotor sei vorhanden, aber könne jetzt nicht eingebaut werden, da es sich um einen Garantiefall handele und fing an, zwei Papiere zu schreiben - eine Abrechnung für den neuen Motor und ein Auftragsformularfür einen Einbautermin. Die Logik konnte ich nicht verstehen und fragte, warum das jetzt nicht gleich bewerkstelligt werden könnte, da dies ja wohl höchstens 5 Minuten dauern würde. Er brummte, nein das ginge nicht, dazu müsste die ganze rechte Kofferaumverkleidung ausgebaut werden und die Männer hätten jetzt alle Arbeit, ich solle übermorgen wiederkommen - obwohl er wusste, dass ich 12 km von der Werkstatt entfernt wohne. Ich fragte ihn, wie es dann hätte sein können, dass einer seiner Mitarbeiter den Stellmotor innherhalb von 5 Minuten ausbauen konnte, ohne die Kofferraumverkleidung abzumontieren. Antwort: Das wüsste er jetzt nicht, und tippte weiter an seinen Papieren. Daraufhin sagte ich, dass ich den Stellmotor selber einbauen würde. Ungläubig schaute er mich an und sagte, dann könne er das ja nicht beim Werk abrechnen.
Jetzt wusste ich, wo der Hase im Pfeffer lag: Hier sollten also nochmal unnötige Arbeiten schön zu Gunsten der Werkstatt abgerechnet werden. Ich war ein wenig ungehalten, denn dafür hätte ich extra noch zweimal in die Werkstatt fahren müssen, zum Wagen Hinbringen und zum Wagen Abholen, mir evtl. sogar noch einen Mietwagen buchen müssen, um meiner Arbeit währenddessen nachgehen zu können usw., und das alles nur wg. eines 5-Minuten-Handgriffes. Das Tippen und Schreiben der Abwicklungspapiere dauerte übrigens alles in allem knapp 10 Minuten.
Nach Quittierung, dass ich den neuen Stellmotor ausgehändigt bekommen habe, fing ich an, diesen auf dem Hof der Werkstatt selber einzubauen. Ich gebe zu, in 5 Minuten hatte ich es nicht geschafft, aber nach 9 Minuten war er drin. Währenddessen kam der kompetente Herr Service-Meister zu einem anderen Kunden auf den Hof, der sein Auto neben meines geparkt hatte, aber er tat so, als würde er mich nicht sehen oder kennen. Wahrscheinlich wunderte er sich, dass ich nicht begonnen hatte, die Kofferraumverkleidung auszubauen... Ja, soviel dazu, wie in einer "renommierten" Opel-Werkstatt ein Kunde mit einem Garantiefall "betreut" wird. Anscheinend wurde der junge Monteur noch nicht von seinem vorgesetzten Meister darin "geschult", wie man möglichst erfolgreich Kunden vergrault und sie am nachhaltigsten auspresst - auch wenn es hier zu Lasten des Opel-Werkes gehen würde.
Zu Hause fand ich hier im Forum o.g. Artikel mit den Fotos und überzeugte mich nochmal über den richtigen Sitz des Stellmotors. Vielen Dank! Es funktioniert alles bestens!
Übrigens: Ob ich die nächste Inspektion in diesem Autohaus ausführen lasse, in der der so freundlich-aktive Service-Meister vor allem das Wohl seiner Werkstatt im Blick hat, weiß ich noch nicht...